Wer zu viel von sich auf
Facebook, Twitter und Co. preisgibt, läuft Gefahr Opfer von Datendieben und
Betrügern zu werden. Im Zuge des Europäischen Polizeikongress in Berlin wurden
nun einige der Maschen der Internet-Betrüger veröffentlicht, inklusive
Schutzmaßnahmen:
IDENTITÄTSDIEBSTAHL:
Soziale Netzwerke leben davon, dass sie mit persönlichen Daten gefüttert
werden. Möglichst umfangreich und leicht zu finden sollen die Profile der
Nutzer sein. Aber Offenheit im Netz kann gefährlich werden, warnt Andreas Mayer
von der Polizeilichen Kriminalprävention des Bundes und der Länder. Kriminelle
spähen zum Beispiel Namen, Adressen oder Geburtsdaten aus und laden sich Fotos
herunter. Mit den geklauten Daten legen sie dann neue Profile mit an,
sogenannte Fake-Accounts. Ein Betrüger kann mit Informationen von Facebook zum
Beispiel bei Google+ einen neuen Account anlegen. Dort versucht er das
Vertrauen der Freunde seines Opfers zu gewinnen, sich Geld zu erschleichen oder
die Bekannten mit intimen Geheimnissen zu erpressen.
SO SCHÜTZEN SIE SICH:
Der beste Schutz ist ein sensibler Umgang mit den eigenen Daten: Nur
Informationen und Fotos im eigenen Profil veröffentlichen, die man für
unerlässlich hält. Außerdem kann man zum Beispiel bei Facebook über den
Menüpunkt "Privatsphäre-Verknüpfungen" prüfen und einstellen, wer
welche Inhalte sehen kann.
ACCOUNT TAKEOVER:
Wenn Kriminelle an das Passwort für das Nutzerkonto gelangt sind und das Profil
übernehmen, spricht man von einem sogenannten Account Takeover. Dann schreiben
sie zum Beispiel Nachrichten an dessen Freunde und Bekannte. Im schlimmsten
Fall begehen sie Straftaten unter falschem Namen: Die Kriminellen gaukeln
Freunden des Opfers zum Beispiel eine Notlage vor und bitten um Geld oder
verschicken Phishing-Nachrichten, in denen sie versuchen, anderen sensible
Daten zu entlocken.
SO SCHÜTZEN SIE SICH:
Sichere Passwörter können Betrügern einen Riegel vorschieben. Ein sicheres
Passwort ist ein Fantasiewort, das aus mindestens zehn Zeichen besteht und
Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen umfasst.
PHISHING: Der
Begriff leitet sich vom englischen Wort "Fishing" (im Sinne von
"Fischen nach Daten") ab. Beim Phishing haben es Kriminelle
insbesondere auf Zugangsdaten für online geführte Bankkonten abgesehen. Mit
gefälschten Nachrichten werden Internetnutzer aufgefordert, zum Beispiel
Kennwörter oder ihre Bank-Zugangsdaten einzugeben. Die Phishing-Nachrichten
enthalten häufig einen Link auf eine Website der Betrüger, die beispielsweise
einer Banken-Homepage nachempfunden ist.
SO SCHÜTZEN SIE SICH:
Nicht vorschnell auf Links klicken. Auf keinen Fall Ausweis- oder Bankdaten im
Internet preisgeben. „Eine Bank wird niemals über Facebook oder E-Mail
Bankdaten - also PIN- oder TAN-Nummern - von einem Kunden erfragen“, sagte
Mayer.
ROMANCE-SCAMMING:
Mit dieser Masche sind Kriminelle vor allem bei Online-Partnerbörsen unterwegs
- aber auch bei Netzwerken wie Facebook und Google+ kann sie vorkommen. Mit
geklauten Fotos und falschen Daten gehen Betrüger auf die Suche nach einsamen
Herzen und täuschen ihren Opfern oft wochenlang über das Netzwerk eine
Liebesbeziehung vor. Die Täter behaupten dann, durch Unfall oder Krankheit,
plötzlich in Geldnot zu sein - die vermeintliche neue Liebe soll aushelfen.
Wenn das Betrugsopfer nicht mehr zahlt, wird der Kontakt abgebrochen. "Das
ist quasi ein virtueller Heiratsschwindel", erklärt der Experte.
SO SCHÜTZEN SIE SICH:
Misstrauisch sein. E-Mails von Fremden im Zweifel gar nicht erst beantworten
oder dem Netzwerkbetreiber als verdächtig melden. Wenn das Opfer den
offensichtlichen Betrug selbst nicht durchschaut, sollten Bekannte die Polizei
einschalten.
CYBER-MOBBING:
Gerade Kinder und Jugendliche werden in sozialen Netzwerken häufig zu Opfern
von Häme und Sticheleien. In den Netzwerken verbreiten Lästermäuler Gerüchte
und Hänseleien, und andere steigen ein. Das alles passiert im Netz viel
schneller und wird von deutlich mehr Menschen wahrgenommen als auf dem
Schulhof. Gerade bei Heranwachsenden können schwere psychische Schäden und
Störungen - bis hin zu Suizidgedanken - die Folge sein. Das Cyber-Mobbing an
sich ist zwar laut Mayer noch kein eigener Straftatbestand. Aber im
Zusammenhang mit den Sticheleien komme es häufig zu Straftaten: Beleidigung,
üble Nachrede, Fotos landen gegen den Willen des Abgebildeten im Netz.
SO SCHÜTZEN SIE SICH:
Gerade wenn Kinder und Jugendliche betroffen sind, sollten sich die Eltern
frühzeitig einschalten. Betroffene können die Plattform-Betreiber informieren,
welche die Mobber dann abmahnen, rät der Experte. Die Opfer sollten auf jeden
Fall Screenshots aller Äußerungen und Kommentare machen, um sie notfalls vor
Gericht belegen zu können. Wenn es zu Straftaten kommt: die Polizei
einschalten.
Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.polizei-beratung.de
Quelle: Polizeikongress-Berlin/r.p.online
