25.1.26

Glanz ohne Klarheit – Das Versteckspiel mit dem Preisschild

 

Rätselraten vor der Glasfront: Wenn fehlende oder unleserliche Preisauszeichnungen den Schaufensterbummel vermiesen.

Kennen Sie das auch? Sie bummeln durch die Stadt, entdecken in der Auslage eines Juweliers ein interessantes Schmuckstück, doch der Blick auf das Preisschild führt ins Leere: Die Karte ist umgedreht, die Schrift mikroskopisch klein oder der Preis fehlt völlig.

Von Peter Ries

Was wie ein Versehen wirkt, ist oft kalkulierte Taktik, um Kunden durch Informationsmangel in den Laden zu zwingen. Dort soll im Verkaufsgespräch eine psychologische Bindung aufgebaut werden, der man sich schwerer entziehen kann als einer Information im Fenster. Diese Praxis ist jedoch weit mehr als ein kundenunfreundliches Ärgernis. Wer hat schon Lust, Zeit in Warteschlangen zu investieren, nur um festzustellen, dass die Ware das eigene Budget bei weitem übersteigt?

Zudem steht dieses Versteckspiel im klaren Widerspruch zur Rechtslage. Nach der Preisangabenverordnung (PAngV) müssen Waren, die dem Endverbraucher gewerbsmäßig angeboten werden, mit dem Endpreis gekennzeichnet sein. Da Schmuck im Schaufenster als direktes Verkaufsangebot gewertet wird, haben der Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht unmissverständlich klargestellt: Die Preise müssen verbindlich und vor allem von außen gut lesbar angebracht sein.

Eine Ausnahme für teure Handelsgüter existiert nicht; auch schwankende Edelmetallpreise bei Trauringen entbinden den Händler nicht von seiner Kennzeichnungspflicht. Ein seriöses Geschäft zeichnet sich durch Offenheit und Klarheit aus. Wo Informationen bewusst verschleiert werden, schwindet das Vertrauen in den Anbieter. Wer mit offenen Karten spielt, beweist Respekt vor der Souveränität des Kunden. Alles andere ist eine irreführende Methode, die in einer modernen Handelslandschaft keinen Platz haben sollte.

Anmerkung:

Die gesetzliche Grundlage ist vorhanden, doch in der Praxis fehlt die Kontrolle. Hier sind die Ordnungsbehörden und die IHK gefordert. Denn solange Verstöße gegen die Preisangabenverordnung folgenlos bleiben, wird sich an diesem kundenfeindlichen Verhalten nichts ändern.

Rechtlicher Hinweis:
Dieser Artikel dient der journalistischen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben übernommen werden. Bei rechtlichen Fragen sollte ein Fachanwalt konsultiert werden.

29.6.25

Seniorensicherheitsberater leisten Aufklärungsarbeit

Bild: © Polizei NRW

In vielen Städten gibt es sie bereits. Sie sind zwar keine Kriminalbeamten und haben auch keine Handschellen wie auf diesem Bild bei sich, aber jeder von ihnen ist ein Experte, wenn es um Kriminalitätsverhütung für Senioren geht.


Die Rede ist von ehrenamtlichen "Senioren-Sicherheitsberaterinnen und -berater", die nach einer entsprechenden Schulung durch die Polizei ihr erlerntes Fachwissen zur Kriminalprävention sowohl im Bekanntenkreis, als auch in Seniorenvereinen oder Organisationen verbreiten und somit als eine wichtige Ergänzung zur polizeilichen Aufklärungsarbeit auf Gefahren in ihrem Lebensumfeld aufmerksam machen und Sicherheitstipps an ältere Menschen weitergeben.

Neben den Aufklärungsangeboten der Polizei und Warnaufrufen in der Lokalpresse leisten ehrenamtliche Senioren-Sicherheitsberater in vielen Städten - wie zum Beispiel Wuppertal, Oberhausen, Bochum und Solingen erfolgreiche Präventiv- und Aufklärungsarbeit, um ältere Menschen vor den immer dreister werdenden Trickbetrügern zu schützen und ihre kriminellen Maschen aufzudecken.

Angesiedelt sind die Senioren-Sicherheitsberaterinnen und -berater bei den jeweiligen städtischen Kriminalpräventiven Räten bzw. der polizeilichen Kriminalprävention. Doch leider gibt es sie z. B. in der modernen und weltoffenen Stadt Düsseldorf mit etwa 150.000 Seniorinnen und Senioren noch nicht. Für mich als Seniorenvertreter im Stadtteil Garath wenig nachvollziehbar:
Die Senioren-Sicherheitsberaterinnen und –berater sollen der Polizei nicht die Arbeit abnehmen – das könnten sie schon aus rechtlichen Gründen nicht. Aber sie können in ihrem Umfeld durch Informationsangebote in lockeren Gesprächskreisen, in Bürgervereinen, Senioreneinrichtungen und Familienzentren durch direkte Beratungen einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung des subjektiven Sicherheitsgefühls und der persönlichen Sicherheit von Senioren leisten. Zudem tragen ehrenamtliche „Senioren-Sicherheitsbeauftragte“ zur Entlastung der ohnehin zu dünn angesiedelten Polizeistationen in den Stadtbezirken bei.

Vorbeugung (Prävention) ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht nur in der Verantwortung der Polizei alleine liegt. Auch die Bürgerinnen und Bürger selbst müssen Verantwortung tragen und ihre spezifischen Beiträge zur Kriminalitätsvorbeugung leisten. 
Gut wäre, wenn sich der Seniorenrat, der Kriminalpräventive Rat und die maßgeblichen Ausschüssen der Landeshauptstadt dafür einsetzten, dass Düsseldorf dem Beispiel anderer Städte folgt und ebenfalls ehrenamtliche Senioren-Sicherheitsberater ausbildet.

Ich könnte mir vorstellen, dass diese Senioren-Sicherheitsberaterinnen und -berater zum Beispiel im Rahmen eines Pilotprojekts mit Mitgliedern des Seniorenrats startet, da sie (bedingt durch ihr Amt) regelmäßig mit der älteren Bevölkerung in Kontakt stehen.

Ehrenamtliche Sicherheitsberater können sinnvoll sein

Geschulte und eingewiesene ehrenamtliche Seniorensicherheitsberater sind in der Lage den immer komplexer werdenden Bereich der Seniorensicherheit abzudecken und sind nach überwiegender Expertenmeinung (siehe Studie) sinnvoll.
Insbesondere in Problem- und Brennpunktbezirken können „Sicherheitsberater“ ein probates Mittel, um kulturell oder altersbedingte Konflikte präventiv zu vermeiden. Erfolgreiche Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass auch die enge Zusammenarbeit der „Sicherheitsberater“ mit Polizei und Ordnungsbehörden sehr gut funktioniert. Die Stadt Düsseldorf täte gut daran, diesen Beispielen zu folgen.
 
Dass es sinnvoll wäre, belegt auch eine Studie des Frankfurter Präventionsrates. Sie kommt u. a. zu dem Ergebnis, dass ehrenamtliche Senioren-Sicherheitsberater in allen Städten ausgebildet werden sollten; u. a. wegen der immer älter werdenden Menschen, die oft auf Grund ihrer Isolation und aus kriminalpräventiver Sicht sehr anfällig für Verbrechen sind.

Experten für „ehrenamtliche Sicherheitsberater

Der Präventionsrat der Stadt Frankfurt am Main hat im Frühjahr 2013 die Studie „Die Auswirkung der demographischen Veränderung auf die Sicherheit älterer Menschen und die Konfliktdynamik zwischen Jung und Alt“ veröffentlicht.Hierin wird – neben der grundsätzlichen Problematik der „Entfremdung der Generationen“ – das Ergebnis einer 2012 durchgeführten Expertenbefragung wiedergegeben, worin sich die große Mehrheit dieser sicherheitspolitischen Experten für „ehrenamtliche Sicherheitsberater vor Ort im Stadtteil ausspricht, da diese ein „Beitrag zur Verbesserung des subjektiven Sicherheitsgefühls und der persönlichen Sicherheit von Menschen“ darstellten.
Insbesondere in Problem- und Brennpunktbezirken sind Sicherheitsberater ein probates Mittel, um kulturell- oder altersbedingte Konflikte präventiv zu vermeiden. Das erfolgreiche Beispiel aus anderen deutschen Städten aufnehmend, soll der Schwerpunkt auf ehrenamtlichen Senioren-Sicherheitsberatern liegen, die in enger Zusammenarbeit mit der Polizei und mit bestehenden Präventionsangeboten Senioren beratend und aufklärend über Kriminalität informieren.

Die Stadt Düsseldorf (Kriminalpräventive Rat) sollte daher in Anlehnung an die Erfahrung anderer Städte die Ausbildung von ehrenamtlichen Senioren-Sicherheitsberatern ermöglichen und fördern. Denn Vorbeugung und Aufklärung sind die Grundlage für Sicherheit und eine gute Lebensqualität.

Damit wichtige Informationen zum Thema Prävention überall ankommen, sind in vielen Städten geschulte ehrenamtliche Sicherheitsberaterinnen und Sicherheitsberater unterwegs, um zu beraten und Fragen zu beantworten und dabei zu helfen Sicherheitslücken zu schließen.

Warum sich Düsseldorf noch nicht dazu durchgerungen hat, wäre eine gute Frage an den Ordnungsdezernenten und Vorsitzenden Kriminalpräventiven Rates Christian Zaum und dem Düsseldorfer Polizeipräsidenten Norbert Wesseler. Für den Düsseldorfer Seniorenrat und etwa 150.000 Senioren bestimmt kein uninteressantes Thema. 
Prävention: Ältere Menschen bei Ganoven sehr beliebt

Seniorensicherheitsberater unterstützen die Polizei und stärken das Sicherheitsgefühl
Ausweis Neuenkirchen
Der Bevölkerungsanteil der über 60-Jährigen wird in den kommenden Jahren weiter steigen (Demografischer Wandel) Dabei ist festzustellen, dass Senioren immer mobiler und aktiver sind und intensiver am öffentlichen Leben teilnehmen. Trotzdem sind sie teilweise von einer hohen Kriminalitätsfurcht und einem verstärkten Sicherheitsbedürfnis geprägt. Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen müssen daher besser den speziellen Belangen der älteren Menschen genügen. 
Um den Bedürfnissen nach mehr Sicherheit gerecht zu werden, haben viele Kommunen in Zusammenarbeit mit der Polizei Seniorensicherheitsberater/-innen ausgebildet. 

Hierunter sind Personen zu verstehen, die durch gezielte Ausbildung in die Lage versetzt werden, als Multiplikatoren anderen Senioren Tipps und Erfahrungen für die eigene Sicherheit weiterzugeben. Dies kann durch Gespräche mit Freunden, Nachbarn etc. geschehen, aber auch durch Vorträge in Altenheimen, bei Vereinen oder durch gezieltes Ansprechen bei beobachtetem Fehlverhalten anderer.

In einer meist zweitägigen Schulung vermitteln Fachkräfte der Polizei (Polizeiliche Prävention) u. a. Themen wie Verhalten in Notsituationen, Straßen- und Haustürkriminalität, Absicherung von Gebäuden und Verkehrssicherheit zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls. Nach der Ausbildung erhalten die Seniorensicherheitsberater/-innen einen Ausweis und eine Urkunde. Sie sind ehrenamtlich für die Kommune tätig. Durch einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit der zuständigen Kommune und der Polizei wird das erworbene Wissen aktualisiert und erweitert.

In Düsseldorf gibt es gegenwärtig noch keine ausgebildeten ehrenamtlichen Senioren-Sicherheitsberater. Eine landesweite Einführung der Sicherheitsberater wäre ein „Meilenstein in die polizeiliche Präventionsarbeit. Zudem wird das Sicherheitsgefühl der älteren Bürgerinnen und Bürger gestärkt und das Vertrauen zur Polizei zu verbessert.

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22.1.19

Falsche Polizisten unterwegs in Düsseldorf


 
©kzenon/123rf

Düsseldorf. Seit Beginn des Jahres rufen wieder vermehrt Unbekannte bei Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürgern an und geben sich als Polizeibeamte aus. 

So gehen die Täter vor: Sie erzählen am Telefon, dass beispielsweise in der Nachbarschaft eingebrochen worden sei. Angst wird geschürt, da man vorgibt, dass die Angerufenen die nächsten Opfer sein könnten. Die Täter, die sich auch manchmal als Justizbeamte ausgeben, fragen gezielt nach den Vermögensverhältnissen und nach den Aufbewahrungsorten von Schmuck, Geld und anderen Wertgegenstände.

Zur Sicherheit raten sie dringend, man solle alles an die Polizei übergeben. Die Täter lassen nicht locker, rufen zum Teil unzählige Male an und üben derart massiven Druck aus, dass die Opfer ihr gesamtes Vermögen bei der Bank abheben oder im Haus vorhandene Wertsachen zusammenräumen und an unbekannte, aber angekündigte Abholer übergeben. Um das Lügengespinst noch weiter zu untermauern, geben sich die Anrufer auch als Mitarbeiter der Justiz aus, die mit diesen Sachverhalten betraut worden sind. 

Die Polizei warnt daher erneut, informiert und rät:
  • Bei einem Anruf der Polizei erscheint nie die Rufnummer 110 in Ihrem Telefondisplay! 
  • Beenden Sie die Anrufe bitte sofort! 
  • Geben Sie unbekannten Personen keine Auskünfte über Ihre Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten. 
  • Die Polizei nimmt niemals Wertgegenstände, Bargeld oder Schmuck in Verwahrung. 
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen, angebliche Mitarbeiter von Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten oder Geldinstituten. 
  • Lassen Sie sich den Namen des Anrufers nennen, legen Sie auf und rufen Sie Ihre örtliche Polizeibehörde über die Rufnummer 110 an. 
  • Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufs geworden sind, wenden Sie sich in jedem Fall umgehend an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.