Linksextremistische
Parteien und Gruppierungen haben sich zum Ziel gesetzt, die freiheitliche
demokratische Grundordnung revolutionär zu überwinden und über eine
sozialistische bzw. kommunistische oder eine anarchistische Gesellschaftsform
eine herrschaftsfreie Ordnung herbeizuführen. Linksextremisten
streben die Überwindung der durch das Grundgesetz vorgegebenen Staats- und
Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland an. Sie verfolgen
stattdessen Utopien einer klassenlosen Ordnung bzw. eines herrschaftsfreien
Zusammenlebens.
Im
fundamentalen Unterschied zum Rechtsextremismus gehen linksextremistische
Ideologien vom Prinzip menschlicher Gleichheit aus. Während für Rechte der
Begriff der völkischen Gemeinschaft die wichtigste Bezugsgröße darstellt,
verstehen sich die meisten Linken als Internationalisten und sehen in der Arbeiterklasse
das historische revolutionäre Subjekt. Allerdings stellen auch Marxisten
zunehmend in Frage, ob das Proletariat der ihm zugedachten Rolle als Träger
einer Revolution überhaupt noch gerecht werden kann. Grundlage der politischen
Arbeit eines jeden Linksextremisten ist seine antifaschistische,
antirassistische und antiimperialistische Grundhaltung, wobei das
bürgerlich-kapitalistische System für die Ursachen verantwortlich gemacht wird.
Themen im Phänomenbereich Linksextremismus:
Ideologien nehmen für sich in Anspruch, das schlüssige
weltanschauliche Konzept für eine bessere Gesellschaftsordnung anzubieten. Eine
Ideologie prägt das Weltbild der jeweiligen Sympathisanten und gibt ihnen eine
Handlungsanleitung vor.
Linksextremistische Parteien streben nicht in erster
Linie nach parlamentarischer Repräsentanz. Sie sehen darin primär die Chance,
das Parlament als "Tribüne des Klassenkampfes" zur Verbreitung ihrer
Vorstellungen zu nutzen.
Linksextremisten verfolgen ihre politischen Ziele
nicht nur über Parteien, sondern sie haben daneben auch andere
Organisationsformen aufgebaut oder ihre Kräfte in Netzwerken gebündelt.
Die von Karl Marx und Friedrich Engels entwickelte
kommunistische Lehre hat die Geschichte der deutschen und der internationalen
Linken bis in die Gegenwart entscheidend geprägt.
Auf dem Weg zum Fernziel einer aus ihrer Sicht
besseren Gesellschaftsordnung engagieren sich Linksextremisten entsprechend
ihrer persönlichen Überzeugung oder Betroffenheit in so genannten
Teilbereichskämpfen.
Medien haben einerseits eine grundlegende Bedeutung
für die propagandistische Verbreitung von Überzeugungen und Aufrufen,
andererseits für die interne und externe Kommunikation.
Terrorismus umfasst politisch motivierte Straftaten,
die zu Personen- oder erheblichen Sachschäden führen sollen.
Linksextremistischer Terrorismus richtet sich in erster Linie gegen
Repräsentanten des Staates und der Wirtschaft oder gegen Einrichtungen, denen
eine besondere Symbolwirkung aus linker Sicht beigemessen wird.
Quelle: http://www.mik.nrw.de
