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| Bild: © Polizei-beratung.de |
Auch in NRW ist der Missbrauch von Kinder und
Jugendlichen alltäglich. Etwa 2 700 Fälle wurden seit 2008 jedes Jahr
angezeigt. Studien gehen von weitaus mehr Opfern aus.
Die
polizeilich erfassten Fälle bilden das eigentliche Ausmaß des Missbrauchs
jedoch bei Weitem nicht ab: Zu groß ist das Dunkelfeld, zu selten wird sexuelle
Gewalt an Kindern und Jugendlichen angezeigt. Bedingt durch eine nahe Beziehung
zum Täter hat das Opfer zudem oft nicht die Möglichkeit, auf den Missbrauch
aufmerksam zu machen bzw. sich diesem zu entziehen. Die Polizeiliche
Kriminalprävention hat daher im Frühjahr 2013 die bundesweite Kampagne „Missbrauch verhindern!“ ins Leben
gerufen.
Neben dem Aspekt der Strafverfolgung rückt die Kampagne auch die
Bereiche Opferschutz und Opferhilfe in den Fokus der öffentlichen
Aufmerksamkeit. Informationen hierzu erhalten Sie auf der Kampagnenwebseite
Fakten und Tipps zum Thema.
Trotz
zahlreicher Informationen der Bevölkerung über sexuellen Kindesmissbrauch wird
dieser verhältnismäßig selten polizeilich bekannt gemacht - vor allem, wenn der
Missbrauch innerhalb der Familie oder innerhalb des Bekanntenkreises geschieht.
Dies unterstreichen auch polizeiliche Erkenntnisse, denen nach zwei Drittel der
Opfer ihre Täter kennen. Gründe für die mangelnde Anzeigenbereitschaft sind
neben der Abhängigkeit des Opfers vom Täter auch die Angst der Angehörigen vor
den Folgen einer Anzeige und einem damit verbundenen Gerichtsverfahren. Deshalb
ist Mut zur Anzeige ebenso wichtig wie der Entschluss, Hilfe in Anspruch zu
nehmen.
Ob
sexueller Kindesmissbrauch in der Familie, in der Schule oder durch Fremde
geschieht, die Folgen dessen können das Leben eines Opfers erheblich
beeinflussen. Kinder und Jugendliche können sich oft nicht allein vor sexuellem
Missbrauch schützen, sie brauchen die Hilfe von Erwachsenen. Nicht nur
Eltern und Erziehungsverantwortliche sind aufgefordert, Kinder vor sexueller
Gewalt zu schützen, sondern alle Erwachsenen wie Lehrer, Trainer, Nachbarn
oder Freunde.
Die
Kampagne „Missbrauch verhindern!“
unterstützt Erwachsene bei dieser schwierigen Aufgabe. Die Polizei informiert
in Kooperation mit der Opferschutz-organisation WEISSER RING e. V. konsequent
über sexuelle Gewalt an Minderjährigen.
Diese
Internetseite
vermittelt wichtige Informationen über das tatsächliche Ausmaß des Missbrauchs,
Täterstrategien oder über Anzeichen für Missbrauch. Durch diese Hinweise sollen
Erwachsene in die Lage versetzt werden, Missbrauch zu erkennen, zu unterbrechen
und Betroffenen zur Seite zu stehen. Ein wichtiger Teil des Opferschutzes ist
auch eine Anzeige des Missbrauchs bei der Polizei. Deswegen enthält die
Internetseite vielfältige Hinweise über die Arbeit der Polizei von der
Anzeigenerstattung bis zur Gerichtsverhandlung.
Sexuelle Übergriffe auf Kinder gehören zu
den gravierendsten Verbrechen und müssen konsequent verfolgt und geahndet
werden.
Mit
den fünf Schritten der Kampagne „Missbrauch verhindern!“ will die
Polizei Erwachsene stärken, damit sie Kinder schützen können.
Informieren Sie sich über Fakten und Risiken - Unkenntnis begünstigt Missbrauch.
2. Schützen Sie Kinder durch Ihre Offenheit.
Machen Sie Missbrauch nicht zum Tabuthema - damit helfen Sie Opfern, sich anzuvertrauen.
3. Schützen Sie Kinder durch Ihre Aufmerksamkeit.
Oft gibt es Signale für Missbrauch - seien Sie aufmerksam.
4. Schützen Sie Kinder durch Ihr Vertrauen.
Vertrauen Sie den Aussagen von Kindern. Kinder erfinden selten eine an Ihnen begangene Straftat.
5. Schützen Sie Kinder durch Ihr Handeln.
Kümmern Sie sich um betroffene Kinder, holen Sie sich Hilfe und erstatten Sie Anzeige.
Kinder können den sexuellen Missbrauch nicht beenden, sie brauchen die Hilfe von Erwachsenen.
Zur Kampagne gehören Plakate, die die Kernbotschaften der Kampagne transportieren, sowie eine Internetseite, die Erwachsenen erste Informationen über diesen Themenbereich an die Hand gibt. Zur vertiefenden Information steht eine Broschüre für Erwachsene, insbesondere Eltern und Erziehungsverantwortliche, zur Verfügung. Die Medien sind kostenlos bei (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen erhältlich und zum Download eingestellt.
Bildmaterial zur Kampagne erhalten Sie unter www.missbrauch-verhindern.de

